Tinnitus

Machtlos

Rainer ist 60 Jahre alt und führt seit vielen Jahren mit vollem Einsatz die Filiale einer Firma. Er ist sehr beliebt, da er sich immer wieder auch für seine Mitarbeiter gegenüber der Unternehmensführung einsetzt. Plötzlich wird ein neuer, junger Chef eingestellt, der vieles verändern will – und Rainers Kündigung steht im Raum. Allgemein wird der Umgangston rauer und Rainer fühlt sich zunehmend machtloser. Zum einen hat er den Wunsch, alles hinzuschmeißen, zum anderen würde er es dem Jüngeren gerne zeigen.

Als die schriftliche Kündigung vor ihm liegt, setzt plötzlich ein pfeifender Ton in seinen Ohren ein, der immer lauter wird.

In den meisten Fällen wird das erste Auftreten von Pfeif- oder Rausch-Geräuschen verdrängt. Je länger die Symptome jedoch bleiben, und sich in manchen Fällen sogar verstärken, bekommt der Betroffene Angst, Schlafstörungen treten auf – der Kampf gegen das lähmende Pfeifen im Kopf beginnt. Je früher man handelt, desto besser die Therapiechancen.

Was ist Tinnitus eigentlich?

Wahrheit oder Mythos

Von Tinnitus spricht man, wenn ein Geräusch im Ohr oder im Kopf wahrgenommen wird, ohne dass eine äußere Schallquelle vorhanden ist. Tinnitus ist keine Krankheit, sondern ein unspezifisches Symptom, wie dies auch Kopfschmerzen, Schwindel oder Übelkeit sind. Tinnitus kann aber krank machen.

Es wird zwischen „objektivierbarem“ und „subjektivem“ Tinnitus unterschieden. Die seltenere Form, der „objektivierbare“ Tinnitus, kann nicht nur vom Patienten, sondern auch von anderen Personen gehört werden. Es handelt sich um körpereigene Geräusche, die von der Blutströmung, Kiefergelenksbewegungen, Kontraktionen der Mittelohrmuskeln usw. stammen. Der eigentliche, „subjektive“ Tinnitus wird nur vom Patienten selbst wahrgenommen. Es werden dabei die unterschiedlichsten Tonempfindungen beschrieben: tiefe, hohe, konstante, pulsierende, regelmäßige, unregelmäßige Töne oder Geräusche.

Ein neu auftretender (= akuter) Tinnitus wird oft von einer Erkrankung ausgelöst, die zu Innenohrschädigungen führt. Es gibt zahlreiche Ursachen für das Entstehen von Tinnitus. Stress und psychische Belastung können diesen massiv verstärken.

Ein Tinnitus wird als chronisch bezeichnet, wenn er über längere Zeit oder dauernd wahrgenommen wird. Der Ursprung des wahrgenommenen Geräusches ist nicht mehr das Ohr, sondern die zentrale Hörverarbeitung im Gehirn.

Wie kann man Tinnitus behandeln?

Die Behandlungsmöglichkeiten sind vielfältig und orientieren sich an der den Ohrgeräuschen zugrunde liegenden Ursache sowie an Dauer und Schweregrad. Das können medizinische, orthopädische und therapeutische Behandlungen, aber auch das Erlernen gezielter Entspannungstechniken sein. Bei der sogenannten Retraining-Therapie, die schon vielen geholfen hat, arbeiten HNO-Ärzte, Psychologen und Hörakustiker eng zusammen, um die Betroffenen zu unterstützen.

Was können Sie selbst tun?

Das wichtigste ist die seriöse Aufklärung und Information zu Behandlungsmöglichkeiten durch den Spezialisten. Wer aktiv an der Therapie mitwirkt, hat beste Chancen, das lästige Klingeln im Ohr so rasch wie möglich wieder „loszuwerden“.

Bei bekannter Ursache und darauf ausgerichteter Therapie ist die Prognose günstig.

HÖRTECHNIK PASSIEL ist auf die Behandlung von Tinnitus spezialisiert.

Wir informieren, erklären, begleiten und nehmen uns Zeit für Sie!